In Kassel hat sich der Runde Tisch "Gewässerschutz Werra/Weser und Kaliproduktion" zusammengefunden. Der Runde Tisch hat die Aufgabe, nachhaltige Lösungsvorschläge
zur Verbesserung der Wasserqualität in Werra und Weser zu erarbeiten.
Dabei sollen Kriterien, Ziele und Instrumente der Europäischen
Wasserrahmenrichtlinie ebenso angemessen berücksichtigt werden wie die
wirtschaftlichen Interessen der Region und die Sicherung der dort
betroffenen Arbeitsplätze.
Der Runde Tisch wurde von den Ländern Thüringen und Hessen gemeinsam mit der K+S AG ins Leben gerufen.
Das Unternehmen K+S AG fördert Salz aus der Erde und stellt daraus im Wesentlichen Kalidünger für die Landwirtschaft her. An seinen drei Standorten in Osthessen und in Westthüringen arbeiten für das Unternehmen rund 4.200 Beschäftigte.
Bei der Produktion fallen salzhaltige Rückstände an. Diese werden z.T. auf Halden gelagert, z.T. werden sie als salzhaltige Abwässer in den Untergrund verpresst sowie in die Werra eingeleitet. Nur ein kleiner Teil wird wieder in den Untergrund verbracht, durch den so genannten Spülversatz. Die Folge: Werra und Weser sind stark mit Salzen belastet und es besteht die Sorge, dass Grundwasser und Trinkwasserspeicher versalzen werden.
Die Politik ist sich einig, dass gehandelt werden muss. Allerdings bestehen unterschiedliche Vorstellungen darüber, was zu tun ist. Derzeit hat das Unternehmen K+S AG die Erlaubnis, Salzlauge in die Werra bis zu den Grenzwerten von 2.500 mg Chlorid und 90° Deutscher Härte einzuleiten. Aufgrund der Beeinträchtigung der Ökosysteme von Werra und Weser sollen diese Grenzwerte neu verhandelt werden. Dabei müssen jedoch auch wirtschaftlich realistische Alternativen für die Entsorgung der Salzlauge gefunden werden. Zu beachten sind dabei die Potenziale der derzeitigen Entsorgungswege (Versenkung, Aufhaldung, Spülversatz, Einleitung) für Rückstände aus der Kali-Produktion und die Nachhaltigkeit von alternativen Lösungen.